Archiv für Juli 2007

Robuster Russe
30 Jahre Lada Niva: Kult und Kante
VON MANFRED KÃœHNAPPEL

http://www.rp-online.de/public/article/aktuelles/auto/verkehr/450956

Düsseldorf (RPO). Vor zwei Monaten bedankte sich Aleksey Krivorutschko im Namen von Lada-Russland persÖnlich bei der Interessengemeinschaft der deutschen Niva-Fahrer für ihre Treue zu dem kantigen Kult-Offroader, der in diesem Jahr 30-jähriges Jubliäum feiert.

Lada 4×4 darf der Niva nur noch genannt werden, seit die GM-Tochter Chevrolet 2002 den allradbetriebenen Niva in einem Joint Venture in Russland baute. Nach Zerwürfnissen zwischen Amerikanern und Russen wurde die Produktion Chevrolet Niva allerdings am 9. Februar 2006 eingestellt.

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Der Lada 4×4 (Typ 21214) wird weiter nach Deutschland exportiert und soll nach Kenntnis von Manfred Adelmann noch um die zwei Jahre gebaut werden. „Wir sind da auch nicht immer auf der HÖhe der Zeit“, schildert der Verwalter der Niva-IG mit Sitz im pfälzischen Busenberg die mitunter unübersichtliche Informationslage aus dem Werk Togliatti an der Wolga. Die Russen selbst wüssten nicht immer so genau Bescheid.

Seit 1977 in Serie gebaut

Das Jubiläum wurde erst am vorigen Wochenende wieder groß auf einem Treffen gefeiert, und der eingefleischte Niva-Fan lässt sich von seine Liebe zu seit 1977 in Serie produzierten Fahrzeug nicht abbringen – allen berechtigten oder unberechtigen Vorurteilen zum Trotz. Seine einfache Technik ist es, die überzeugt. Keine SchnÖrkel, Kein Schnickschnack. „Natürlich ist der Niva kein modernes SUV. Aber damit wollen wir auch ihn gar nicht vergleichen“, sagt Manfred Adelmann.

Die Ursprünge des nur zweimal veränderten Geländewagens gehen zurück auf das Jahr 1966, als die Sowjetunion mit Fiat die Fertigung des 124 in Lizenz vereinbarte. Seine Technik kam zunächst im Lada 1200 zum Einsatz, ab 1977 in der Massenproduktion des 1976 vorgestellten Lada Niva. Für damalige Verhältnisse war die Allradtechnik des robusten Modells auf einem guten Standard. Aus dem 1,6-Liter-Motor holte der Niva 76 PS.

Gewehrhalter als ZubehÖr

Ab 1993 steckte auch ein 1,9-Liter-Diesel mit 69 PS von Peugeot unter der Haube, der heute aber nicht mehr ab Werk eingebaut wird. 1995 folgte die einzige nach außen erkennbare Fortentwicklung mit neuen Armaturen, einer grÖßeren Heckklappe und neuen Rückleuchten.

Gescholten wurde der Russe immer: Hakelige Schaltung, schwergängige Lenkung, minderwertige Schläuche, durstig, anfällige Lichtmaschine und Korrosionsschäden. Von ABS, Airbags oder gar ESP kann gar für 9990 Euro gar keine Rede sein. Dafür freuten sich Jäger über einen Gewehrhalter und die Wildwanne im ZubehÖr-Katalog.

Und Manfred Adelmann wird sowieso treu bleiben: „Man weiß ja, dass man sich in ein russisches Auto setzt.“ Immerhin 78 Prozent der Niva-Fahrer sind ihren Vertragswerkstätten zufrieden. Das kann nicht jede Marke von sich behaupten.

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